Ob Firewalls, Zugriffskontrolle oder Netzwerksegmentierung, es gibt mittlerweile Zahlreiche technische Schutzmaßnahmen gegen Cyberattacken, die das Sicherheitsniveau deutlich verbessern können. Die Angreifer wissen das und setzen nach wie vor auf einen anderen Eintrittsvektor, nämlich das Phishing. Hierbei handelt es sich um einen Cyberangriff, bei dem betrügerische Nachrichten Mitarbeiter dazu bringen sollen, sensible Daten weiterzuleiten, Malware zu installieren oder Geld zu überweisen.
E-Mail-Flut: KI vereinfacht Angriffe
Die Betrüger nutzen häufig eine E-Mail, um Kontakt aufzunehmen. Dabei spielen ihnen zwei Tatsachen in die Hände: Erstens steigt die Flut an elektronischer Post in Unternehmen immer weiter an. Laut einer Meldung des Brancheverbands Bitkom von Januar 2026 landen pro Tag durchschnittlich 53 Mails in geschäftlichen Mail-Postfächern. Damit erreicht der berufliche Mailverkehr einen neuen Höchststand.
Auch die Künstliche Intelligenz (KI) ist mit dafür verantwortlich, dass das Angriffsvolumen ansteigt. KI schafft die Möglichkeit, Angriffe zu automatisieren, so dass für Vorbereitung und Durchführung deutlich weniger Zeit benötigt wird. Außerdem wirken Phishing-Mails durch KI authentischer und sind dadurch gefährlicher. (Quelle: Bundeslagebild Cybercrime 2025, Bundeskriminalamt).
Außerdem ist KI unglaublich hilfreich, um sprachlich ausgefeilte Texte zu verfassen. Schon lange gelten daher Rechtschreib- und Grammatikfehler nicht mehr als wichtiger Hinweis auf eine Phishing-Mail.
Mehr Sicherheit durch kurzen E-Mail Check
Phishing wird vermutlich ein Phänomen sein, das bleibt. Umso wichtiger ist es, jede E-Mail einem kurzen Schnellcheck zu unterziehen.
Folgende Punkte können ein Indikator für eine Phishing-Mail sein:
- Absender: Angreifer nutzen häufig eine Domain, die einer vertrauenswürdigen Adresse zum Verwechseln ähnlich ist, wie beispielsweise endians.com oder enbcom statt endian.com. Gerade bei kleineren Smartphone-Auflösungen ist es schwierig, solche Änderungen zu erkennen.
- Empfänger: E-Mails mit allgemeinen Anreden, wie „Lieber Kunde“ oder „Sehr geehrte Damen und Herren“, sollten die Empfänger ebenfalls mit Vorsicht behandeln.
- Druck: Dringende Aufforderungen wie „Handeln Sie jetzt“, „Ihr Konto wird gelöscht“ oder „Vertraulich – Anfrage des CEO“ sollen den Empfänger zu vorschnellem Handeln verleiten. Seriöse Anfragen dagegen bauen selten einen so massiven Druck auf.
- Abfrage von Passwörtern oder sensiblen Daten: Kein seriöses Unternehmen wird jemals per Mail nach einem Passwort oder Anmeldedaten fragen.
- Links oder Anhänge: Beides kann Schadsoftware installieren, sobald ein Empfänger darauf klickt.
Verdächtige Mail: Was nun?
Sollte eine verdächtige E-Mail im Postfach gelandet sein, ist folgendes wichtig:
- Niemals klicken: Keine Links oder angehängten Dokumente öffnen. Bei angeblichen Rechnungen beispielsweise ist es besser, sich mit seinem Kundenkonto bei dem jeweiligen Unternehmen einzuloggen und die Rechnung dort herunterzuladen.
- Nicht antworten: Niemals direkt auf eine mögliche Phishing-Mail antworten.
- Anfrage verifizieren: Statt auf die E-Mail zu antworten, sollten Anwender die Anfrage beim absendenden Unternehmen verifizieren, beispielsweise über deren Website, das Kundenkonto oder die Service-Hotline. Wichtig dabei: Keine Telefonnummern, E-Mail oder Webadressen nutzen, die in der verdächtigen Mail enthalten sind.
- Melden: Der Vorfall sollte dem IT-Team gemeldet werden und dem Unternehmen, dessen Identität missbraucht wurde.
Technische Schutzmaßnahmen
Trotz aller Vorsicht kann es dazu kommen, dass jemand in Unternehmen auf eine Phishing-Mail hereinfällt. Es ist wichtig anzuerkennen, dass jeder betroffen sein kann, selbst wenn er noch so gut informiert ist.
Ein paar grundlegende technische Sicherheitsmaßnahmen können die Folgen eines Angriffs abfedern:
- Multi-Faktor-Authentifizierung: Wo immer möglich, sollte ein zusätzlicher Faktor zur Authentifizierung genutzt werden. Angreifer können dann nicht sofort auf die Systeme zugreifen, sobald sie in den Besitz von Anmeldedaten gelangt sind.
- Aktuelle Software: Software sollte immer auf dem neuesten Stand sein. Damit lässt sich verhindern, dass bekannte Schwachstellen ausgenutzt werden.
- Passwort-Manager: Statt die gleichen Passwörter für verschiedene Konten zu verwenden, sollte ein Passwortmanager zum Einsatz kommen.
Auf jeden Fall sollte sich jeder einen vorsichtigen Umgang mit seinen E-Mails angewöhnen und sich etwas mehr Zeit mit diesem Kommunikationstool geben. Stress und Hektik spielen den Angreifern in die Hände.
Falls Sie jemals eine verdächtige Mail im Namen von Endian erhalten sollten, kontaktieren sie uns direkt unter: sales@endian.com. Gemeinsam können wir den Vorgang verifizieren.

Zahlen & Fakten
Der Mensch entscheidet
Phishing zielt auf Menschen, nicht auf Technik. Diese vier Zahlen zeigen, warum Aufmerksamkeit zählt.
Quellen: ENISA Threat Landscape 2025, BKA Bundeslagebild Cybercrime 2025 (ComputerBase), Bitkom beruflicher Mailverkehr
der Cyberangriffe beginnen mit Phishing
der Phishing-Mails nutzen bereits KI
erreichen täglich ein berufliches Postfach
Euro Schaden durch Cyberangriffe pro Jahr in Deutschland
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