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Digitale Souveränität erreichen: 

Worauf Unternehmen achten müssen

In einer immer stärker vernetzten Welt ist digitale Souveränität wichtiger denn je. Auch wenn die Rahmenbedingungen dafür schwierig sind, können Unternehmen selbst aktiv werden, um langfristig souverän im digitalen Raum zu agieren. Worauf es dabei ankommt, zeigt dieser Beitrag von Endian.

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Digitale Souveränität ist ein zentraler Aspekt für unsere Gesellschaft: Sie beschreibt die Möglichkeit, selbständig, selbstbestimmt und sicher im digitalen Raum handeln zu können. Für Unternehmen bedeutet das, die Chancen der Digitalisierung für sich nutzen zu können, ohne dabei von externen Anbietern abhängig zu werden. Nur, wer die Kontrolle über seine Daten, Prozesse und digitale Infrastruktur behält, kann langfristig resilient, flexibel und wettbewerbsfähig bleiben.

 
Mittlerweile ist das Thema ganz oben auf der politischen Agenda gelandet: Im November wird in Berlin der erste europäische Gipfel zur digitalen Souveränität stattfinden, denn sie ist ein Eckpfeiler für die wirtschaftliche Stärke und die strategische Unabhängigkeit Europas.

 

Die Dringlichkeit ergibt sich zum einen aus den technologischen Rahmenbedingungen der Digitalisierung: Immer mehr Dinge sind miteinander vernetzt, kommunizieren  ununterbrochen und erzeugen enorme Datenmengen. Diese Daten bilden die Grundlage für Effizienzsteigerungen und  innovative Geschäftsmodelle. Folglich sind Unternehmen auf Technologien angewiesen, mit denen sich Daten erheben, verarbeiten und speichern lassen.

Abhängigkeit von wenigen Anbietern

Mittlerweile sind jedoch Abhängigkeiten von großen Technologieanbietern entstanden, die die Möglichkeiten der Digitalisierung bremsen können. Die drei wichtigsten Cloud-Anbieter, Amazon, Microsoft und Google, sind alle in den USA ansässig. Wer eine Quasi-Monopolstellung am Markt hat, kann diese ausnutzen, um die Preise beliebig zu steuern. Drastische Preiserhöhungen können die Budgets der Unternehmen empfindlich belasten und Kosteneinsparungen zunichte machen, die durch die Implementierung digitaler Prozesse erzielt wurden.

Cyberangriffe auf die digitale Lieferkette

Wie fatal solche Abhängigkeiten sein können, zeigt auch die kontinuierliche Zunahme der Cyberkriminalität. Es vergeht kein Tag, an dem nicht tausende neue Schadcodes in Umlauf gebracht werden oder die Nachricht von einer gehackten Organisation für Schlagzeilen sorgt. Eine gezielte Cyberattacke auf einen der Tech-Giganten im Markt kann wie ein Dominoeffekt alle verbundenen Organisationen in Mitleidenschaft ziehen. Noch kritischer könnte es werden, wenn Staaten politischen Einfluss auf ihre Technologieunternehmen nehmen würden, um deren Marktmacht gezielt als Druckmittel gegen andere Länder einzusetzen.

Backdoors in IT-Sicherheitslösungen

In einer aktuellen Studie zum Thema Digitale Souveränität des Branchenverbandes Bitkom geben 96 Prozent der befragten Unternehmen an, digitale Services und Dienstleistungen aus dem Ausland zu beziehen. Besonders im Cybersecurity-Markt zeigt sich eine einseitige Konzentration: Unter den zehn führenden Anbietern findet sich keiner aus Europa.

Dabei kann sich vor allem die oft mangelnde Transparenz der Sicherheitslösungen zum unkalkulierbaren Risiko entwickeln. Anbieter können bewusst oder unbewusst Lücken oder Einschränkungen von Verschlüsselungsmechanismen offen lassen. Über diese Backdoors besteht die Möglichkeit, unbemerkt auf sensible Daten zuzugreifen. Das BSI warnte im Mai 2022 vor der Verwendung einer bestimmten Virenschutzsoftware, weil die russische Regierung sich darüber möglicherweise Zugang zu den gesammelten Daten verschaffen konnte.

Compliance-Risiken und gesetzliche Anforderungen

Im Bereich der Cloud-Infrastruktur ist die Problematik der Anbieterkonzentration eng mit rechtlichen Fragen verknüpft: Der amerikanische Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act (CLOUD Act) räumt US-Ermittlungsbehörden das Recht ein, auf Daten zuzugreifen, die in einer Cloud gespeichert sind. Das gilt selbst dann, wenn sich die Daten in Rechenzentren innerhalb der Europäischen Union befinden. Für Unternehmen entsteht dadurch ein potenzieller Konflikt: Während sie nach der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zur Wahrung des Datenschutzes nach europäischen Regeln verpflichtet sind, können die Anbieter gleichzeitig verpflichtet sein, Daten an nichteuropäische Ermittlungsbehörden herauszugeben.  

Verlust sensibler Daten

Neben den Compliance-Risiken steht im Falle eines Datenflusses unter Umständen auch die Innovationskraft auf dem Spiel. Gelangen vertrauliche Informationen in die falschen Hände, etwa Forschungsunterlagen, Konstruktionsdaten oder Prototyp-Designs, kann das erhebliche wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Wenn etwa Baupläne für ein neues Produkt entwendet werden und kurze Zeit später der Mitbewerb ein sehr ähnliches Produkt auf den Markt bringt, dann ist nicht nur das Entwicklungsbudget verloren, sondern eventuell auch der strategische Vorsprung. In einer Zeit, in der Daten die Grundlage für Innovation und Wertschöpfung bilden, bedeutet mangelnde Datensouveränität somit auch ein Risiko für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens.

Herausforderungen durch Vendor Lock-In

Besonders kritisch wird es, wenn sich Abhängigkeiten in Form eines Vendor Lock-ins verfestigen. Viele Unternehmen nutzen Cloud-Dienste oder Sicherheitslösungen, deren Architektur oder Lizenzmodell einen Wechsel zu anderen Anbietern erschweren. Hinzu kommen oft noch technische Hürden durch proprietäre Formate und Schnittstellen, die eine Migration zeit- und kostenintensiv machen. Diese Abhängigkeiten stehen im direkten Widerspruch zum Konzept der Digitalen Souveränität, das auf Wahlfreiheit, Kontrolle und Unabhängigkeit basiert.

 

Digitale Souveränität mit Endian

Bei der Digitalen Souveränität spielen Open-Source-Technologien eine zentrale Rolle. Weltweit gibt es ein großes Netzwerk von Expertinnen und Experten, die die Lösungen verstehen und weiterentwickeln können. Dienstleister lassen sich damit einfach wechseln, und die Systeme können flexibel integriert oder an individuelle Anforderungen angepasst werden.

Aus diesen Gründen hat sich Endian dafür entschieden, seine Lösungen auf Open Source aufzubauen. Mit der Endian Secure Digital Platform bietet Endian heute eine Lösung, mit der Unternehmen ihre digitalen Prozesse sicher, flexibel und selbstbestimmt verwalten können. Die Endian Secure Digital Platform besteht aus drei Elementen, nämlich Management Tools, Security Gateways und Endpoint Connectivity. Im Zusammenspiel helfen sie Unternehmen dabei, ihre Digitale Souveränität zu schützen.

Cybersecurity für IT- und OT-Netzwerke

Die Endian Secure Digital Platform basiert auf EndianOS, einem Open Source Betriebssystem, das nach dem Prinzip Security-by-Design entwickelt wird. Das bedeutet, dass bei jedem Entwicklungsschritt die Cybersecurity mitgedacht und integriert wurde. Viele starke Sicherheitstools schützen IT- und OT-Netzwerke vor unterschiedlichen Cyberbedrohungen. Über eine Firewall lässt sich unerwünschter Datenverkehr vorab blockieren. Darüber hinaus wird die Kommunikation per Deep-Packet-Inspection (DPI) analysiert, um unerwünschten Netzwerkverkehr zu filtern. Ein Intrusion Detection System (IDS) überwacht das Netzwerk kontinuierlich, um möglicherweise verdächtige Aktivitäten aufzudecken. Wird eine potenzielle Bedrohung erkannt, leitet das Intrusion Prevention System (IPS) sofort automatisierte Gegenmaßnahmen ein.

Zero Trust: Datenschutz und Zugriffskontrolle

Zero Trust ist die Sicherheitsarchitektur der digitalen Souveränität. Bei einer Zero-Trust-Architektur wird davon ausgegangen, dass kein Zugriff vertrauenswürdig ist, ganz gleich, ob er von innen oder außen kommt. Vielmehr ist für jede Anfrage eine Überprüfung, Authentifizierung und Autorisierung notwendig. Die Mikrosegmentierung ist ein wichtiger Teil des Konzepts. Das Netzwerk wird damit in kleine Bereiche unterteilt, für die in Abhängigkeit von ihrem Schutzniveau individuelle Zugriffsregeln definiert werden können. Jede Verbindung wird dabei verschlüsselt, so dass Daten bei der Übertragung geschützt bleiben.

Compliance-Roadmap für digitale Souveränität

Die Endian Secure Digital Platform bietet hohe Sicherheitsstandards und hilft Unternehmen dabei, die wichtigsten Richtlinien für Datenschutz und industrielle Sicherheit einzuhalten. Dank des hohen Schutzniveaus für personenbezogene Daten entsprechen Anwenderunternehmen der DSGVO. Außerdem kann die Plattform auch jenen Unternehmen eine Hilfe sein, die Konformität mit den internationalen Standards und Rahmenwerken wie der ISO 27001 (Managementsysteme für Informationssicherheit) oder der IEC 62443 (industrielle Steuerungs- und Automatisierungssysteme) erreichen wollen. Ein Teil der technischen Anforderungen dieser Standards ist mit der Endian Secure Digital Platform bereits umgesetzt, beispielsweise durch die Zero-Trust-Architektur.

Darüber hinaus unterstützt die Plattform Unternehmen dabei, die Anforderungen der neuen EU-Richtlinie zum Schutz kritischer Infrastrukturen (NIS2) zu erfüllen, indem sie zentrale technische Voraussetzungen für deren Einhaltung bereitstellt. 

Flexibilität durch Open-Source-Lösungen

Die Verwendung von Open Source-Technologie macht die Endian Secure Digital Platform besonders flexibel. Sie ist eine On-Premises Lösung und damit haben Unternehmen die Wahl zwischen verschiedenen Hosting-Optionen, entweder in der Cloud, bei einem Systemhauspartner oder im eigenen Rechenzentrum. Ebenso problemlos gelingt die Migration auf eine andere Hosting-Option, wenn sich die unternehmerischen Anforderungen ändern sollten. Auch in Bezug auf die eingesetzte Hardware können sich Unternehmen entscheiden, ob sie eine Lösung von Endian einsetzen oder bereits vorhandene Produkte nutzen. Die Endian-Software verwandelt jede Hardware auf x86_64 in eine vollständige UTM.

Sichere Integration von Drittanbieter-Anwendungen

Durch den Einsatz von Docker-Technologie bietet Endian die Möglichkeit, jede beliebige Software auf den Edge-Geräten zu betreiben. Die Software wird dabei in geschützten Netzwerksegmenten ausgeführt, so dass keine offenen Ports zur potenziellen Angriffsfläche werden. Gleichzeitig bietet die Lösung von Endian ein zentralisiertes Management, um alle Edge-Anwendungen und -Geräte von einer einzigen Plattform aus zu verwalten. Diese Architektur stärkt die digitale Souveränität in mehrfacher Hinsicht: Unternehmen behalten  die Wahlfreiheit, welche Tools sie einsetzen wollen. Die verschlüsselte Kommunikation sorgt dafür, dass die Daten geschützt bleiben. Sollte eine Anwendung ausgetauscht werden müssen, ist ein Wechsel auf einen andere Software jederzeit möglich.

Sicherer Fernzugriff

Ein Fernzugriff ist für Unternehmen heute Voraussetzung, um Maschinen zu überwachen, Daten zu erheben, Fernwartungen durchzuführen oder mit entfernten Niederlassungen und Mitarbeitern zu kommunizieren. Die Endian Secure Digital Platform bietet auch hier maximale Sicherheit. Über ein granulares Rollen- und Rechtemanagement lässt sich festlegen, wer auf welche Ressourcen zugreifen darf, welche Daten er einsehen kann und welche Maßnahmen ausgeführt werden dürfen. Sämtliche Verbindungen lassen sich zentral überwachen, ändern oder löschen. Starke Verschlüsselung und Authentifizierungsmethoden sorgen dafür, dass Daten und Systeme für unbefugten Zugriffen geschützt bleiben. 

Fazit

Digitale Souveränität steht für Selbstbestimmtheit, also die Möglichkeiten von Organisationen und Individuen, ihre digitalen Angelegenheiten so zu regeln, wie sie es sich wünschen und wie es am besten zu ihren individuellen Anforderungen passt. Diese digitale Souveränität lässt sich nicht durch einzelne Lösungen und einzelne Anbieter herstellen, sondern erfordert ein ganzheitliches Konzept, in dessen Mittelpunkt die Daten stehen.